Die Reise der Mariko Horo (3D Installation)

Irgendwann zwischen dem 12ten und 22ten Jahrhundert begibt sich eine Frau auf eine Reise durch Raum und Zeit, von Japan gen Westen, auf der Suche nach der ‚Insel der Gesegneten’, dem buddhistischen Paradies, das sich der Legende nach in den Meeren des Westens befinden soll. Mariko Horo (Mariko die Reisende) verarbeitet ihre Eindrücke aus den Reisen und Orten, die sie besucht als „Horo-gramme“, 3D virtuelle Welten, und lädt Menschen ein, diese Welten aus ihren Blickwinkel in einer 3D Installation zu erkunden.
Mariko Horo ist eine erfundene Figur, und ihre Reise ist eine Umkehrung des “Marco Polo Syndroms.” Der im dreizehnten Jahrhundert reisende Venezianer repräsentierte für lange Zeit den exotisierenden Blick Europas auf Asien, den Mann aus dem Westen, der die exotischen Kulturen des Ostens erkundete, kategorisierte und analysierte. In Wirklichkeit jedoch sieht er Bilder seiner eigenen Kultur, die einen für ihn vagen exotischen Hintergrund überlagern. Die Absicht dieses Werkes ist den Blick umzukehren, den Spiegel umzudrehen.

Mariko selbst bleibt als Person für den Erkunder unsichtbar - außer vielleicht in einem Spiegel - denn im Grunde ist jeder, der/die die Installation‚ begeht’ Mariko: er/sie sieht das exotische und mysteriöse Abendland durch ihre Augen und Erfahrungen.

Tamiko Thiel