
Per Teljer
Per Teljers Film ’Solidarity Lost’ (Verlorene Solidarität) ist eine wundervoll feinfühlige, sorgfältig ausgearbeitete Studie zweier Charaktere, einer Vater-Sohn Beziehung, zweier Generationen und des unüberbrückbaren Dramas von Nähe und Distanz, das sich zwischen den beiden entwickelt hat. Mit großem Gespür für Detail schuf Per ein intimes Portrait der Beiden, bildet die Vieldeutigkeit ihrer Persönlichkeit und ihres Verhaltens zueinander ab, zeigt sie jeweils als Geschöpf des anderen, als Produkt und Opfer des jeweiligen Zeitgeistes. Der Vater: Repräsentant einer vergangenen Generation, lebenslanger Verfechter der Gewerkschaften und einem besseren Leben für die Arbeiterklasse, nun jedoch desillusioniert, ein alter Mann, der gezwungen ist mit Einsamkeit, Missachtung, und Abweisung zu leben, mit den Fragen nach Erreichtem und Verlorenem in seinem persönlichen und seinem dienstlichen Leben. Der Sohn: die nächste Generation, aufgewachsen in der Gesellschaft, die die Vatergeneration erschaffen hat, in anscheinend besseren Lebensumstände, Vertreter einer atomisierten Gesellschaft, die ein schnelles Tempo gewohnt ist, ablehnend gegenüber scheinbar veraltete Werte. Unter dieser Schicht verbirgt sich jedoch eine weitere, in der die Brüche innerhalb der Charaktere sichtbar werden: eine Welt in der Zuneigung und Grausamkeit Hand in Hand gehen, in der Hoffnung und Enttäuschung ein Crescendo erreichen, in der Machtspiele zwischen Vater und Sohn, zwischen zwei Männern, zwischen den beiden Generationen zum Vorschein kommen. Das ist die Grauzone in der sich das Drama entfaltet.
